Ein sizilianisches Abenteuer

Ein sizilianisches Abenteuer

PianonyheterPosted by Jens Lühr Sat, February 10, 2018 23:52:16

Ein musikalisches Abenteuer auf Sizilien mit dem Ergebnis ein“most distinguished musician” zu sein

Meine Teilnahme am internationalen Festival für klassische Musik IBLA Grand Prize 2017 in der wunderschönen barocken Weltkuturerbe-Stadt Ragusa-Ibla auf Sizilien war eine grossartige Erfahrung.

Der IBLA Grand Prize Internationale Musikwettbewerb ist ein jährlicher Musikwettbewerb offen für alle Instrumente, Sänger und Komponisten nit Fokus auf klassischer Musik. Es gibt keine spezifischen Repertoirevorschriften ausser einer Zeitbegrenzung für jedes Stück. Musiker werden ermutigt ihre Musik zu präsentieren, die sie am meisten lieben und die ihre musikalische Vision am besten repräsentieren.

http://www.ibla.org/competitionmenu.php4

Übermüdet nach einer langen Reise aus Lakselv am äussersten nördlichen Ende Europas zum äussersten südlichen, mit fast schlafloser Übernachtung in der Sommerhitze Catanias, bin ich schliesslich in Ragusa-Ibla angekommen. Am gleichen Abend waren gleich zwei Aufwärmauftritte für mich wie für die anderen ankommenden Teilnehmer eingeplant. Zudem wurden Auszüge des Vortrags gefilmt und publiziert. Ich habe den zweiten Satz der Sonate op.8a von Friedrich Kuhlau zu diesem Zweck gewählt:

https://www.facebook.com/IblaGrandPrize/videos/1762998507048

Der Hauptpreis dieses Wettbewerbs war ein Konzertauftritt in der Carnegie Hall in New York! Das war Grund genug für mich auch durch die weiteren harten Prüfungen zu gehen, wie zum Beispiel trotz Hitze das Spielen in Konzertkleidung, so als wenn man auf der Bühne der Carnegie Hall spielen würde, oder das zweimalige Auftreten in Abendkonzerten zwischen neun Uhr am Abend und ein Uhr in der Nacht.

Während der nächsten Woche versammelten sich die Teilnehmer jeden Tag um vier Uhr auf der Piazza Pola um zu erfahren ob es für sie weitere Aufführungen gibt, wie viele und wo. Zwei Stunden Übezeit pro Tag waren zu einer festgelegten Zeit eingeplant so dass die Tage mit den Abendkonzerten eine schöne Routine hatten: ein wundervoll süsses Frühstück mit Cappuccino, Übezeit, Mittagessen, Siesta, das Abholen der neuen Konzertherausforderung mit der Chance mit den anderen Musikern bekannt zu werden. Wir haben auch einen erquickenden Kaffee oder ein Eis in der sengenden Hitze genossen, dann ging es zurück in das klimatisierte Hotelzimmer um vor dem abendlichen Auftritt zu entspannen.

Die abendlichen Auftritte waren herausfordernd weil es vieles gab was nicht vorauszusehen war. Die Auftrittszeit war nur ungefähr genannt und die mentale Vorbereitung wurde dadurch erschwert dass es unmöglich war nicht anderen höchst interessanten Vorführungen vor der eigenen zuzuhören. Ich habe Stücke von Friedrich Kuhlau gespielt, auf verschiedenen Flügeln, die wirklich gut klangen aber wegen der Hitze allgemein und dessen Auswirkung auf die Instrumente enorm schwierig zu spielen waren.


Der grosse Vorteil dieses Festival-Arrangements war dass alle Musiker ihr Programm an mehreren verschiedenen Orten aufführen konnten und somit ein hervorragendes Training erhielten. Ausserdem wurde man ermutigt die Musik zu spielen die am besten das eigene musiklische Talent und die eigenen Stärken widerspiegelte, und die einem am Herzen liegt. Die Motivation der Musiker für die Teilnahme musste schriftlich dargelegt werden bevor man die Erlaubnis zur Teilnahme erhielt. Meine eigene Motivation war zwei grosse Sonaten von Friedrich Kuhlau, die fast komplett unbekannt sind, einem breiteren Fachpublikum zu präsentieren und gleichzeitig Auftrittserfahrung für diese extrem virtuosen grossen Sonaten zu sammeln.

Alles in allem war dies ein gut organisiertes Festival der amerikanischen IBLA-Foundation mit den besten Intentionen gegenüber den Teilnehmern, die in Worten von einer Jury internationaler Experten eine Einstufung ihrer Auftritte erhielten. In meinem Fall war dies «Most distinguished musician» welches ich, mein alternatives Programm mit ausschliesslich Musik von Friedrich Kuhlau und meinen übermüdeten Start berücksichtigt, als einen Erfolg empfinde, für den ich sehr dankbar bin.  

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