Warum Kuhlau und seine Sonaten op.8a und 127?

Warum Kuhlau und seine Sonaten op.8a und 127?

Friedrich Kuhlau ist ein unterschätzter Komponist und Pianist, das habe ich versucht in meinem Blog vom 15. August darzulegen und mit Musikbeispielen im Internet zu beweisen versucht.

Als ich für mich diese Tatsache entdeckte, habe ich mein Üben am Klavier in eine andere Richtung gelenkt: Da waren noch Noten, die ich in in den Bibliotheken in Kopenhagen und München im Jahr 1994 erhalten hatte, für die ich weder die Zeit und Energie noch den Optimismus hatte sie rechtzeitig für meine erste CD-Einspielung 1995 zur Konzertreife zu bringen. Zudem war ich, vom Notenbild ausgehend, nicht hundertprozentig überzeugt dass sie es wert waren.

Die beiden Sonaten waren nicht die einzigen Werke, die ich zur Auswahl hatte, aber es waren die die mich beim Anspielen bzw. Antesten überzeugten wertvolle Werke zu sein. Besonders die Es-Dur- Sonate op.127 hat mich mit ihrer Ernsthaftigkeit am Anfang und Kühnheit der musikalischen Ideen sowie dem blendenden Harmoniereichtum im ersten Satz “Allegro” überzeugt. Dann gab es all die Virtuosität die es zu meistern galt. Aber der seriöse und meisterhafte Anfang überzeugte mich dass diese einen musikalischen Sinn hatte, so wie z.B. die «Töneflut» bei Chopin’s und Rachmaninov’s Etüden aus der inneren Notwendigkeit der Musik erwächst und gleichzeitig die Musik in ihrem Ausdruck in neue Sphären lenkt.

Die A-moll-Sonate op.8a besticht auf den ersten Eindruck durch die Länge und Ausführlichkeit des Satzes. Kuhlau scheut hier weder einen ausschweifenden Sonatenhauptsatz «Allegro noen troppo ma espressivo» mit gewollt im Tempo schwankenden Ende, noch eine aussergewöhnlich verzierte und grosse Sarabande sowie einem Scherzo ähnlichen flatternd fliegenden dritten Satz «Allegro di molto con agitatione».

Gleichzeitig ist der Ausdruck untypisch für Kuhlau etwas dunkel. Besonders in der Reprise des ersten Satzes wird dies deutlich und auch gleich zu Beginn sehnsuchtsvoll seufzenden Hauptthema. Schliesslich wirkt die Musik gar ein wenig verzweifelt wenn der Schlusssatz sich einige Male regelrecht in verminderten Akkorden «festfährt». In jedem Fall ist es ein herausragendes Werk im Schaffen Kuhlaus.

Ein grosses, mächtiges, unbekanntes, nie gehörtes Werk zu stemmen ist eine besondere Herausforderung und auch ein besonderes Wagnis. Ich habe es jedoch in keinster Weise bereut diesen ungetretenen Pfad zu beschreiten.

Am 9. November diesen Jahres erscheint die CD mit den beiden beschriebenen Sonaten, herausgegeben von der Naxos Music Group. Am 10. November spiele ich ein Release-Konzert in der Ishavskathedrale in Tromsø mit weiteren Werken, passend zur Zeit mit viel Nordlicht-Aktivität in der Region:

https://www.aurorabillett.no/tromsoe/arctic-light-konsert/

Eintrittskarten können hier bereits bestellt werden:

https://www.aurorabillett.no/tromsoe/?q=Arctic+Light+Konsert

 

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